Lecco


Mein Urgroßvater, Nono Checco, kommt ursprünglich aus Lecco. So wollte ich unbedingt den Friedhof besuchen. Dort auf unsern Familiennamen „Durandi“ zu stoßen, war natürlich ein Ding der Unmöglichkeit. Obwohl es hier sehr alte Gräber gibt. Die Familie verließ die Gegend um 1900, fand zuerst in Strasbourg, später in Birsfelden ein neues Zuhause.

Hier eines der ältesten Urnengräber, das ich gefunden habe.
Lecco ist heute eine moderne Stadt mit knapp 50´000 Einwohnern. Die Altstadt wirkt mondän mit ihren vielen kleinen Geschäften. Die Seepromenade lädt zum Verweilen ein. See und Berge scheinen miteinander verbunden zu sein. Eigentlich ist die Stadt ein idealer Ausgangsort für Wanderer und Bergsteiger. Beides sind wir nicht. Wir begaben uns lieber auf die Spuren von Alessandro Manzoni, dem Nationaldichter Italiens. In „I promessi sposi“ werden den beiden jungen Leuten Lucia und Renzo so viele Steine in den Weg gelegt, dass es fast wie ein Wunder wirkt, dass sie am Schluss doch noch heiraten können. Oder war es das Vertrauen in Gott, das alles Unheil besiegt hat? Die Handlung spielt im 17. Jhd., während der spanischen Fremdherrschaft. Zwanzig Jahre soll es von der Idee bis zur Endfassung des Romanes gedauert haben. Nachdem der Dichter zuvor Gedichte und Dramen geschrieben hatte, wollte er ein Buch nicht nur für die Bildungselite schreiben, sondern für das ganze italienische Volk. Es sollte ein Beitrag zur nationalen Einheit Italiens sein. Dazu brauchte er ausser einer guten Geschichte auch eine für ganz Italien verständliche Sprache. Diese gab es bis anhin noch nicht. Man sprach im jeweiligen Dialekt. Nach mehreren Bearbeitungen erschien schließlich 1840-1842 eine illustrierte Ausgabe, welche befreit war von allen lombardischen Einflüssen.




Die Wiege von Alessandro in dessen Geburtshaus.

So bildhaft wie die Illustrationen soll auch die Sprache sein. Die würde mich überfordern.

Diese Ausgabe würde ich vielleicht schaffen.

Mein Traumhaus!

Dieses weniger…

Und in diesem Hotel „Bellavista“ in Valmadrera haben wir gewohnt. Der Ort liegt 5 Minuten von Lecco entfernt - mit dem Fahrrad 20! Das ältere Besitzer Ehepaar war äußerst freundlich und zuvorkommend. Für den nächsten Besuch wurde uns auch ein Zimmer mit Seeblick versprochen. Das Bild ist auf der Schiffsreise nach Bellagio entstanden. Die Fahrt war malerisch und entspannend - das Fahrrad durfte mit. Meines blieb aber in Bellagio unbenutzt, was mich überhaupt nicht störte. Der Touristenrummel in diesem wunderbar gelegenen Ort ist beeindruckend, um es vorsichtig auszudrücken.



Il Duomo San Nicolo mit dem hohen Turm

Die Gegend wird oft von Gewittern heimgesucht. Die verziehen sich in der Regel rasch.



Wir kommen wieder!
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