Montefiascone
Auf dem Weg zu unserer nächsten Unterkunft machten wir einen Halt in Castiglione della Pescaia. Erinnerungen wurden wach, wie ich vor zwei Jahren mit Annina, Roger und den Kindern die Burg erklommen hatte.

Auf dieser Treppe stand ich mit Annina - es hat sich nichts verändert!

Aussicht vom Castello
Das Haus in Montefiascone an der Via Costa mit Aussicht auf den Lago di Bolsena war nicht einfach zu finden. Eine enges Gässlein führte in die Höhe. Das Parkieren des Mercedes war ein Abenteuer. Hier verkehren nur die kleinen Cinque Centos! Aber endlich geschafft wurden wir sofort tätig und bald stand auch schon das erste Abendessen auf dem Tisch.


Da das Auto nun einmal sicher abgestellt war, musste ich mich Dietmars Fahrradmanie unterwerfen. Am Anfang schimpfte ich wie ein Rohrspatz über die Hitze, die steilen, holprigen Wege und verkehrsreiche Straßen. Mit der Zeit stellte ich mich den Herausforderungen sogar freiwillig und radelte auch mal im Abenddress mit Sandalen in die Stadt hinunter. Das Essen im Restaurant „Dante“ hatte man uns unbedingt empfohlen. Ohne Reservation kriegten wir noch einen Tisch, da wir uns auf Ruben bezogen, einen Freund des Besitzers, den wir in der Mittagspause bei seinem Videocall in Swahili überraschten und der wohl eine Very Important Person sein muss. Also kommt jetzt schon wieder ein Foto vom Essen…und Aussicht von der Dachterrasse.


Abschließend hätte es noch eine Dichterlesung gegeben - aber der Fussball rief, und auch meine Italienischkenntnisse reichten nicht mehr aus.

Der Lago di Bolsena ist ein phantastischer Badesee. Sogar ich als Beinahenichtschwimmerin muss das zugeben. Er entstand im Krater eines erloschenen Vulkans. Es muss wohl vor etwa 600´000 Jahren zu Explosionen gekommen sein. Teilweise sind die Ufer mit schwarzem Lavasand bedeckt. Die Fahrt von unserm Zuhause bis zum See ist gut zu bewältigen, die Rückfahrt den Berg hoch brachte mich jedoch trotz e-Bike an meine Grenzen.



Die Stadt Bolsena, eine ehemalig etruskische Siedlung wurde um etwa 280 v.Chr. von den Römern zerstört. In frühchristlicher Zeit lebte hier Christina, die Tochter eines reichen römischen Präfekten. Er ließ seine Tochter zu Tode quälen, weil diese nicht von ihrem christlichen Glauben ablassen wollte. Ihr Grab wurde zum Ziel vieler Pilger auf der Reise nach Rom. Noch heute finden zu Ehren der hl. Christina am 24. Juli Prozessionen in der Stadt statt. Leider sind wir dann schon wieder im hohen Norden. Ein anderer Anziehungspunkt für Pilger war das sogenannte Blutwunder. Einem Mönch aus Böhmen kamen Zweifel an der hl. Umwandlung. Beim Brechen der Hostie soll nun im Jahre 1263 Blut auf den Altar getropft sein. Dieses Wunder führte zum Feiertag „Fronleichnam“. Vielmehr als alle Wunder beeindruckten mich aber die Katakomben unter der Kirche der hl.Christina. Sie stammen aus der römischen und langobardischen Zeit. Später dienten sie den Christen als Grabstätten. Sie wollten der hl. Christina im Tode nahe sein.

Der Sarkophag der hl.Christina




Nach so viel Unendlichkeit muss man sich wieder ins Leben zurück retten.

Blick auf den Dom Santa Margherita von Montefiascone

Rocca dei Papi

In diesem Park wandeln die Päpste…und die Bischöfe!


Ein Bild der Auferstehung - der Tod ist leider kaum sichtbar im Leichentuch. Und hier liegt die Ortsheilige Lucia Fillippini. Ich vermute, die meisten Heiligen sind Frauen!

Zwei Pilger auf dem Weg nach Rom

Ein Wandgemälde im Fischerdorf Marta. Noch heute ist die Fischerei ein wichtiger Erwerbszweig der Einwohner dieses Dorfes.

Morgen geht es weiter nach Lecco. Es war sehr schön hier♥️

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