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Görz / Gorizia

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Es war ein heisser Tag, an dem wir uns auf den Weg in die geteilte Stadt machten. Diesmal waren wir mit Auto unterwegs - natürlich mit Fahrrädern huckepack. Die Strasse führte an der Universität vorbei, einem monumentales Gebäude im faschistischen Baustil.  Goriza und Nova Gorica präsentieren sich als grenzüberschreitende europäische Kulturhauptstadt 2025.  Nach dem 2.Weltkrieg wurde die neue Staatsgrenze so gezogen, dass die Stadt fortan geteilt  war und dies nach einer tausendjährigen gemeinsamen Geschichte. Der Slowenische Teil, Nova Gorica sollte ein modernistisches Projekt werden, der italienische Teil, Gorizia den Charme der Vergangenheit behalten. 2004 ist Slowenien der Europäischen Union beigetreten. Dieses Mosaik bedeutet: mit einem Fuss in Slowenien, mit dem andern in Italien und mit beiden im Herzen Europas. Auf der Piazza Transalpina - im Slowenischen Teil der Stadt - machte ich eine seltsame Erfahrung. Ich fragte einen der jungen Arbeiter auf italienisch nach...

Da sola

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Während es Dietmar mehr in die Umgebung von Triest aufs Land zieht, bin ich gerne zu Fuss in der Stadt unterwegs. So gingen wir gestern getrennte Wege. Und welch ein Wunder, ich habe mich nicht verirrt. Das wäre auch sehr bedenklich angesichts der elektronischen Hilfsmittel, die einem heute zur Verfügung stehen.  Mein erstes Ziel war das jüdische Viertel. Der Eingang dazu befindet sich am Börsenplatz, gleich neben dem Casa Bartoli.  Hier standen früher drei Christen und schlossen die Tore bei Einbruch der Dunkelheit. Jetzt macht der Kellner von der Bar Portezza hier seine Zigarettenpause. 1784 erliess Kaiser Joseph II das Toleranzedikt. Es gewährte der jüdischen Bevölkerung volle Bewegungsfreiheit. Zwischen 1920 und 1940 wurde das Ghetto durch die faschistische Stadtplanung fast vollständig zerstört. Mit der Ausrufung der Rassengesetze 1938 auf der Piazza dell’Unità durch Mussolini, war es mit der religiösen Toleranz schlagartig zu Ende. Antiquitätengeschäfte und ein Restauran...

Rilke

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Wenn man das Castello di Duino besucht, fragt man sich, wo die Besucher bleiben. Und dies obwohl der Dichter Rainer Maria Rilke 1911 und 1912 hier Gast bei der Fürstin Marie von Thurn und Taxis-Hohenlohe war. Die Touristen legen zwar tapfer den Sentiero Rilke zurück, der etwa 2 Kilometer an der Steilküste von Sistiana nach Duino entlang führt und von wo aus man eine fantastische Sicht auf den Golf von Triest hat. Aber das Schloss besuchen sie nicht. Dabei ist es ein Juwel! Es entstand im 14. Jahrhundert auf den Grundmauern eines römischen Vorpostens. Es ist weit weniger protzig, als das Miramar, intimer und verträumt. So habe ich es jedenfalls wahrgenommen.  Rilke hat hier die erste seiner Duineser Elegien geschrieben. Hier die Gastgeberin, Marie von Thurn…Sie beherbergte auch so illustre Gäste wie Franz Liszt, der hier auf diesem Piano der Marke Schwatz aus Wien gespielt haben soll. Ich liebe diese wunderbaren Räume mit den edlen Möbeln, Spiegeln, Gemälden… Was für eine Tafel!! Un...

Die Hügel von Triest

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Mit der Tram kann man eine dieser Erhebungen erklimmen. Es hat die Farbe eines Züri-Trämmli und das Fuhrwerk einer Krienser Maschinenfabrik.  Die Luft ist sehr feucht, die Vegetation entsprechend grün und üppig hier oben und man hat bei klarer Sicht einen Ausblick auf die Stadt. Dieser war heute dunstig verhangen. Den zweiten Hügel, den wir heute erklommen haben, war der Colle San Giusto. Diesmal aber zu Fuss. Eingang zur Kathedrale San Giusto. Vermutlich stand hier einmal eine römische Basilika. Die Mittelapsis wurde 1932 neu errichtet, eine Art venezianischer Jugendstil des Künstlers Guido Cadorin Ins Auge springt das Denkmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges von Attila Selva.  Es trägt die Widmung: den Gefallenen des Befreiungskrieges 1915-1918. Das Denkmal wurde 1935 eingeweiht. Anwesend waren der König Victor Emanuele III und faschistische Politiker.  Die Unabhängigkeit Triests von Österreich-Ungarn ist ein Thema, dem man in der Stadt immer wieder gegegnet....